Warum ich immer wieder in die selben Beziehungen gerate

Wenn sich Muster wiederholen

Lea sitzt mir gegenüber und sagt etwas, das ich schon oft gehört habe – in verschiedenen Variationen, von verschiedenen Frauen. „Ich weiß eigentlich, dass er nicht gut für mich ist. Ich weiß es. Und trotzdem bin ich wieder dort.“ Lea ist 36. Sie ist klug, reflektiert, kennt ihre Muster aus der Therapie. Sie hat Bücher gelesen, Journaling gemacht, Affirmationen gesprochen. Und trotzdem – zwei Jahre nach der letzten Beziehung – sitzt sie in derselben Geschichte. Anderer Mann. Dasselbe Gefühl. Was Lea erlebt, ist kein Versagen. Es ist kein Zeichen dafür, dass sie nicht hart genug an sich gearbeitet hat. Es ist das Ergebnis von etwas, das viel früher begann. Als Kind lernen wir, was Liebe bedeutet – nicht durch Bücher, sondern durch das, was wir täglich erleben. Wenn Zuneigung unberechenbar war. Wenn wir uns anpassen mussten, um Wärme zu bekommen. Wenn Liebe immer mit einer leichten Anspannung verbunden war – dem Warten, ob sie auch heute da ist. Dieses Muster sitzt im Körper. Nicht im Verstand. Und deshalb hilft Wissen allein nicht. Lea kann ihr Muster benennen – und trotzdem in der nächsten Begegnung spüren, wie vertraut sich genau dieser Mann anfühlt. Wie magisch. Wie Schicksal. Es ist kein Schicksal. Es ist Wiederholung. Es gibt einen Unterschied zwischen verstehen und fühlen. Lea versteht, dass sie sich in Männer verliebt, die emotional nicht erreichbar sind. Sie versteht es auf jeder rationalen Ebene. Aber in dem Moment, in dem sie ihn sieht – wie er sie ansieht, wie er sich kurz öffnet und dann wieder zumacht – aktiviert sich etwas in ihr, das älter ist als jedes Gespräch, das sie je über sich geführt hat. Das ist der Punkt, an dem Gesprächstherapie allein oft nicht weiterkommt. Mit der Katathym Imaginativen Psychotherapie arbeite ich auf einer anderen Ebene – dort, wo Bilder und Körpergefühle leben. Nicht um die Vergangenheit zu analysieren, sondern um das, was sich dort festgesetzt hat, wirklich zu bewegen. Kombiniert mit verhaltenstherapeutischen Methoden entsteht so etwas, das sich anders anfühlt als alles, was Lea bisher versucht hat. Nach sechs Monaten Arbeit sagt Lea etwas, das mich jedes Mal berührt: „Ich merke, dass ich gar nicht mehr in diese Dynamik reingehe. Nicht weil ich es vermeide – sondern weil es mich einfach nicht mehr zieht.“ Das ist echte Veränderung. Vielleicht erkennst du dich in Lea. Vielleicht ist deine Geschichte anders – aber dieses Gefühl kennst du: Du weißt es eigentlich. Und trotzdem passiert es wieder. Das liegt nicht daran, dass du schwach bist. Es liegt daran, dass das Muster tiefer sitzt als der Verstand reicht.

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